
Am Samstagabend stand das letzte Heimspiel dieser Saison für die Sendenhorster Handballerinnen auf dem Programm. Der Gast war niemand anderes, als der bis dato ungeschlagene und verdiente Meister aus Steinfurt, die bereits vor der Partie auch als Aufsteiger feststanden. Doch vorweg sei gesagt, dass die Gäste nicht gekommen waren, um einen entspannten Abend in der St.Martin Halle zu verbringen, sondern wollten vielmehr ungeschlagen diese Saison beenden. Die Gastgeber hingegen, wollten sich zum einen von ihren Fans verabschieden und zum anderen ihren Abgängen Jana Winkelkötter, Elisa Schemmann und Franziska Wrzeciono einen würdigen Rahmen bieten. So war zu erwarten, dass die Sendenhorsterinnen alles versuchen werden, um den Ligaprimus und den erneut vielen Zuschauern irgendwie ein spannendes Spiel zu liefern. Mit Einlaufkids und voller Tribüne war der Rahmen geschaffen.

Und der Gastgeber erwischte einen Traumstart. Mit extrem offensiver Deckung, viel Willen und hohem Tempo und einer überragenden Agnes Michel im Tor, spielte sich die junge Sendenhorster Truppe in einen Rausch. Nach 20 Minuten führte der Außenseiter mit 12:4. Dann fanden die Gäste in Folge immer häufiger Lösungen gegen die offensive Deckung und konnten den Abstand zur Halbzeit ( 14:12) deutlich verringern.
Die Sendenhorsterinnen nahmen sich vor, am Samstag ihre DNA niemals zu vergessen und mit extrem hohen Risiko weiterzumachen und blieben auf dem Gaspedal um das Unmögliche möglich zu machen. Rund 10 Minuten in der zweiten Hälfte, konnte die SG ihren knappen Vorsprung verteidigen bevor der starke Gast zum 18:18 ausgleichen konnte und kurz darauf die Führung übernahm. Doch wer glaubte, dass das Spiel jetzt kippen würde, hatte die Rechnung ohne die Gastgeber gemacht. Und wenn die Steinfurterinnen völlig frei zum Wurf kamen, stand da eine an diesem Tag eine kaum zu überwindende Agnes Michel, die zu ihrer überragenden Leistung aus dem Spiel heraus, nebenbei auch 8 von 11 Siebenmeter parieren konnte. Die Gastgeber blieben dran und es entwickelte sich eine hoch spannende Schlussphase. 6 Minuten vor dem Ende führte Steinfurt mit 24:23. Was dann folgte, war der pure Wille. Die Gäste scheiterten in den letzten 5 Minuten gleich zweimal vom 7 Meter Punkt und die Sendenhorsterinnen zeigten einmal mehr, in welch konditioneller Verfassung sie sich befinden und blieben konsequent beim hohen Tempo. Als Franzi Wrzeciono, Pauline Kramm und zuletzt Mara Steiling in Folge trafen, kochte die Stimmung in der St. Martin Halle über und bis spät in die Nacht, wurde dieser würdige Abschluss mit den Fans gefeiert.

„Manchmal hat eine Wand einen Namen. Was Agnes da heute veranstaltet hat, war unfassbar. Sie war komplett in ihren Köpfen bei jedem 7 Meter. Aber Carsten und ich müssen der gesamten Mannschaft gratulieren. Steinfurt ist dermaßen verdient Meister und Aufsteiger und diese Mannschaft zu schlagen, egal in welcher Besetzung ist brutal schwer. Wir haben alle am Limit gearbeitet und gerade um 60 Minuten offensiv so agil zu arbeiten, kostet extrem viel Kraft. Die Mädels haben unseren Zuschauern und unseren Abgängen ein komplettes Spektakel geboten und wir sind einfach unfassbar stolz. Am Sonntag geht es dann noch einmal zum Tabellenzweiten und vorab sei gesagt, dass wir da sicherlich nicht hinfahren um mit weißen Taschentüchern zu winken .“
Bis bald in der St. Martin Halle!